Pokémon-Kartenhersteller: Wer produziert die Karten?

Pokemon Karten: Herstellung in einer Fabrik.

Pokémon-Karten gehören zu den bekanntesten Sammelkarten der Welt. Millionen Karten gelangen über Booster, Displays, Kollektionen und andere Pokémon-TCG-Produkte jedes Jahr in den Handel. Doch wer stellt Pokémon-Karten eigentlich her? Kommen die Karten direkt aus einer Fabrik von Nintendo oder The Pokémon Company? Und wo werden die deutschen Pokémon-Karten gedruckt?

Hinter einer fertigen Pokémon-Karte steckt mehr als nur ein Unternehmen. Während The Pokémon Company beziehungsweise The Pokémon Company International für das Pokémon-Sammelkartenspiel verantwortlich sind, übernehmen spezialisierte Hersteller einen Teil der eigentlichen Produktion.

Einer der wichtigsten Namen dabei ist Cartamundi, einer der weltweit größten Hersteller von Spiel- und Sammelkarten.

Wer ist der Hersteller von Pokémon-Karten?

Die kurze Antwort lautet: Verantwortlich für das Pokémon-Sammelkartenspiel ist The Pokémon Company. Außerhalb Asiens übernimmt diese Aufgabe The Pokémon Company International (TPCi).

Das Unternehmen kümmert sich unter anderem um Markenmanagement, Lizenzierung, Marketing und das Pokémon Trading Card Game. Pokémon-Karten werden jedoch nicht einfach in einer einzigen Pokémon-Fabrik hergestellt.

Für die physische Produktion arbeitet das Unternehmen mit spezialisierten Herstellern zusammen.

Einer davon ist Cartamundi. Der belgische Kartenhersteller nennt Pokémon selbst ausdrücklich unter den bekannten Marken, für die das Unternehmen Karten und Spiele produziert.

Cartamundi verfügt über zahlreiche Produktionsstandorte und gehört zu den weltweit größten Herstellern von Spielkarten, Kartenspielen und Brettspielen.

Vereinfacht lässt sich die Aufgabenverteilung deshalb so darstellen:

The Pokémon Company / The Pokémon Company International → Pokémon TCG, Marke und Produkt

Spezialisierte Produktionspartner wie Cartamundi → Druck und physische Herstellung

Dabei können je nach Sprache, Produkt und Absatzmarkt unterschiedliche Produktionsstandorte zum Einsatz kommen.

Werden Pokémon-Karten von Nintendo hergestellt?

Nein. Das ist ein verbreitetes Missverständnis.

Nintendo ist eng mit Pokémon verbunden und gehört gemeinsam mit Game Freak und Creatures zu den Unternehmen hinter der Entstehung der Pokémon-Marke. Daraus folgt jedoch nicht, dass Nintendo selbst die Sammelkarten druckt.

Für das internationale Pokémon-Sammelkartenspiel ist The Pokémon Company International verantwortlich. Die eigentliche industrielle Herstellung erfolgt wiederum mithilfe spezialisierter Produktionsunternehmen.

Nintendo sollte deshalb nicht als „Pokémon-Kartenhersteller“ im Sinne einer Druckerei verstanden werden.

Welche Rolle spielt Cartamundi?

Wer sich mit der Herstellung von Sammelkarten beschäftigt, stößt schnell auf den Namen Cartamundi.

Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im belgischen Turnhout und verfügt über Produktionsstätten in mehreren Ländern. Cartamundi produziert nicht nur klassische Spielkarten, sondern arbeitet auch an bekannten Sammelkarten- und Spielemarken.

Das Unternehmen nennt neben Pokémon unter anderem Magic: The Gathering, Monopoly und UNO als Produkte beziehungsweise Marken, die in seinen Werken hergestellt werden.

Gerade bei modernen Trading Card Games stellt die Produktion hohe Anforderungen. Karten müssen nicht nur sauber bedruckt werden. Auch Zuschnitt, Sortierung, Oberflächen, Spezialeffekte und Verpackungen müssen in großen Stückzahlen möglichst konstant produziert werden.

Bei Sammelkarten kommen zudem besondere Drucktechniken und Veredelungen zum Einsatz. Holo-Effekte, strukturierte Oberflächen und andere Spezialkarten erhöhen die Anforderungen zusätzlich.

Wo werden deutsche Pokémon-Karten hergestellt?

Hier kursieren im Internet viele ungenaue Angaben.

The Pokémon Company International nennt inzwischen selbst eine klare Antwort: Englische, französische, italienische, deutsche und spanische Pokémon-Karten werden entweder in den Vereinigten Staaten oder innerhalb der Europäischen Union gedruckt.

Das bedeutet gleichzeitig: Eine deutsche Pokémon-Karte muss nicht zwangsläufig in Deutschland produziert worden sein.

Auch die häufig zu lesende Behauptung, alle deutschen Pokémon-Karten kämen aus Belgien oder den Niederlanden, greift zu kurz.

Der konkrete Produktionsort kann sich je nach Produkt und Produktionscharge unterscheiden.

Wer wissen möchte, wo ein bestimmtes Pokémon-TCG-Produkt hergestellt wurde, sollte deshalb einen Blick auf die Verpackung werfen. Laut Pokémon lässt sich das Herkunftsland darüber feststellen.

Werden Pokémon-Karten in Deutschland gedruckt?

Dass eine Karte auf Deutsch erscheint, sagt zunächst nichts über ihren Produktionsort aus.

The Pokémon Company International bestätigt lediglich, dass deutschsprachige Karten in den USA oder innerhalb der Europäischen Union gedruckt werden können.

Cartamundi unterhält zwar auch einen Produktionsstandort in Deutschland. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, dass dort regulär deutsche Pokémon-Karten gedruckt werden.

Ohne eine konkrete Herstellerangabe auf dem jeweiligen Produkt sollte deshalb nicht behauptet werden, dass eine bestimmte Erweiterung oder Charge aus Deutschland stammt.

Für Sammler ist die Angabe auf der Originalverpackung die bessere Informationsquelle.

Wo werden japanische Pokémon-Karten hergestellt?

Bei japanischen Karten sieht die Struktur anders aus.

The Pokémon Company International ist vor allem für Märkte außerhalb Asiens zuständig. Die japanische The Pokémon Company betreut unter anderem japanischsprachige Pokémon-Karten.

Pokémon weist selbst darauf hin, dass The Pokémon Company in Japan weitere Sprachversionen druckt und unterstützt.

Deshalb können sich japanische Karten von internationalen Versionen nicht nur sprachlich unterscheiden. Sammler stellen teilweise auch Unterschiede bei Kartenmaterial, Oberfläche, Druckbild und Qualitätswahrnehmung fest.

Wer hat Pokémon-Karten früher hergestellt?

Die Geschichte des Pokémon-Sammelkartenspiels reicht bis in die 1990er-Jahre zurück.

Das Pokémon Trading Card Game erschien zunächst in Japan. In Nordamerika und Europa kam es 1999 auf den Markt.

Für westliche Sammler ist vor allem Wizards of the Coast von Bedeutung. Das Unternehmen, das insbesondere durch Magic: The Gathering bekannt wurde, veröffentlichte die frühen englischsprachigen Pokémon-TCG-Sets außerhalb Japans.

Deshalb findet sich auf älteren Karten aus dieser Ära noch der Name Wizards of the Coast beziehungsweise entsprechende Copyright-Angaben.

2003 übernahm Pokémon die Verantwortung für das Sammelkartenspiel im westlichen Markt selbst.

Karten aus der Wizards-Ära sind heute ein eigenes Sammelgebiet. Dazu gehören insbesondere frühe Sets aus der Anfangszeit des internationalen Pokémon-TCG.

Wie werden Pokémon-Karten hergestellt?

Der genaue Herstellungsprozess unterscheidet sich je nach Kartentyp. Grundsätzlich durchlaufen Sammelkarten jedoch mehrere Produktionsschritte.

Zunächst werden große Druckbögen produziert, auf denen zahlreiche Karten gleichzeitig angeordnet sind. Anschließend werden die Bögen weiterverarbeitet und in einzelne Karten geschnitten.

Bei besonderen Karten kommen zusätzliche Verfahren zum Einsatz. Dazu zählen beispielsweise Folien, holografische Effekte, spezielle Oberflächen oder Strukturen.

Danach müssen die Karten für die jeweiligen Produkte zusammengestellt und verpackt werden.

Gerade die Verpackung von Boostern stellt eine zusätzliche Herausforderung dar. Schließlich muss die vorgesehene Zusammenstellung der Karten innerhalb eines Produkts eingehalten werden.

Hersteller wie Cartamundi verfügen deshalb über weitgehend automatisierte Produktionsanlagen für Druck, Zuschnitt, Sortierung und Verpackung.

Warum unterscheiden sich Pokémon-Karten manchmal in der Druckqualität?

Für Sammler ist das ein besonders interessantes Thema.

Zwei Exemplare derselben Karte müssen nicht vollkommen identisch aussehen. Unterschiede können beispielsweise bei folgenden Merkmalen auftreten:

  • Zentrierung des Druckbildes
  • Farbsättigung
  • Schnittkanten
  • Oberfläche
  • Holo-Effekt
  • kleinere Druckfehler
  • Material und wahrgenommene Kartenstärke

Ein bekannter Faktor ist das sogenannte Centering. Dabei sitzt das eigentliche Kartendesign nicht exakt mittig auf der Karte. Eine Seite des Randes fällt dadurch breiter aus als die andere.

Für Spieler spielt ein kleiner Unterschied beim Centering meist kaum eine Rolle. Bei hochwertigen Sammlerkarten kann er dagegen relevant werden.

Warum ist die Produktionsqualität beim Grading wichtig?

Besonders deutlich wird die Bedeutung der Produktion, wenn eine Karte professionell bewertet werden soll.

Beim Grading untersuchen Unternehmen den Zustand einer Sammelkarte und vergeben anschließend eine Zustandsnote. Neben Kratzern, Beschädigungen und Ecken kann dabei auch die Zentrierung eine Rolle spielen.

Das führt zu einer Besonderheit:

Eine Pokémon-Karte kann direkt aus einem frisch geöffneten Booster stammen und trotzdem keine perfekte Bewertung erhalten.

Eine schlechte Zentrierung, kleine Druckfehler oder minimale Schäden an den Kanten können bereits während der Produktion oder Verpackung entstehen.

„Pack Fresh“ bedeutet deshalb nicht automatisch „perfekter Zustand“.

Gerade bei wertvollen Karten lohnt sich nach dem Öffnen eines Boosters ein genauer Blick auf Vorderseite, Rückseite, Ecken und Kanten.

Haben verschiedene Produktionsstandorte Einfluss auf die Kartenqualität?

Unter Sammlern werden immer wieder Unterschiede zwischen Pokémon-Karten aus verschiedenen Märkten und Produktionschargen diskutiert.

Tatsächlich können Produktionsstandort, verwendete Maschinen, Materialien und Charge Einfluss auf das Endprodukt haben. Daraus sollte man jedoch nicht ableiten, dass Karten aus einem bestimmten Land grundsätzlich besser oder schlechter sind.

Für Sammler zählt letztlich der Zustand der konkreten Karte.

Bei einer einzelnen seltenen Karte sind saubere Kanten, eine unbeschädigte Oberfläche, ein gutes Centering und das Fehlen von Druckfehlern wesentlich wichtiger als pauschale Aussagen über einen Produktionsstandort.

Wie erkennt man echte Pokémon-Karten?

Die professionelle Herstellung spielt auch beim Thema Fälschungen eine Rolle.

Originale Pokémon-Karten weisen eine Reihe charakteristischer Merkmale bei Druck, Material, Schrift und Oberfläche auf. Fälschungen wirken dagegen häufig unscharf, besitzen falsche Farben oder verwenden ein unpassendes Kartenmaterial.

Besonders bei teuren Einzelkarten sollten Käufer deshalb vorsichtig sein.

Ein einzelnes Merkmal reicht allerdings selten aus, um eine Karte zweifelsfrei als echt oder gefälscht einzustufen. Je wertvoller eine Karte ist, desto sinnvoller wird eine Prüfung mehrerer Merkmale oder die Bewertung durch erfahrene Händler beziehungsweise Grading-Unternehmen.

Wer entscheidet, welche Pokémon-Karten produziert werden?

Auch hier muss zwischen Gestaltung und physischer Herstellung unterschieden werden.

Eine Druckerei entscheidet nicht selbst, welches Pokémon auf einer Karte erscheint oder wie selten eine Karte sein soll.

Die inhaltliche und produktbezogene Verantwortung liegt bei den Pokémon-Unternehmen. Dazu gehören unter anderem die Gestaltung des Sammelkartenspiels, Erweiterungen, Produkte und internationale Veröffentlichungen.

Der Produktionspartner setzt anschließend die entsprechenden Vorgaben industriell um.

Damit ist ein Unternehmen wie Cartamundi zwar tatsächlich ein Hersteller von Pokémon-Karten, aber nicht der Herausgeber oder Eigentümer des Pokémon-Sammelkartenspiels.

Millionen Karten für einen weltweiten Markt

Die Dimension der Produktion ist enorm.

Das Pokémon-Sammelkartenspiel wird weltweit vertrieben und erscheint in zahlreichen Sprachen. The Pokémon Company International gibt an, dass das TCG in 76 Ländern und 13 Sprachen erhältlich ist.

2026 feiert das Pokémon-Sammelkartenspiel zudem bereits sein 30-jähriges Jubiläum.

Aus einem Kartenspiel der 1990er-Jahre ist damit längst ein weltweiter Markt für Spieler, Sammler und Händler entstanden.

Entsprechend wichtig sind große Produktionskapazitäten. Neue Erweiterungen müssen nicht nur gedruckt, sondern auch zu Boostern, Displays, Kollektionen und weiteren Produkten verarbeitet und anschließend weltweit ausgeliefert werden.

Fazit: Wer stellt Pokémon-Karten her?

Die Frage nach dem Pokémon-Kartenhersteller lässt sich nicht mit einem einzigen Unternehmen beantworten.

Für das Pokémon Trading Card Game außerhalb Asiens ist The Pokémon Company International verantwortlich. Die physische Herstellung erfolgt dagegen über spezialisierte Produktionspartner. Zu den nachweislich beteiligten Unternehmen gehört der belgische Kartenhersteller Cartamundi.

Deutschsprachige Pokémon-Karten werden laut Pokémon entweder in den USA oder innerhalb der Europäischen Union gedruckt. Eine pauschale Aussage wie „deutsche Pokémon-Karten werden in Belgien hergestellt“ ist daher nicht korrekt.

Für Sammler ist der Herstellungsprozess mehr als eine interessante Hintergrundinformation. Druckqualität, Zuschnitt, Centering und Oberflächenqualität können den Zustand einer Karte beeinflussen – und damit bei seltenen Exemplaren auch das spätere Grading und den Sammlerwert.

Häufige Fragen zu Pokémon-Kartenherstellern

Zu den beliebten Pokemon Karten beziehungsweise dessen Herstellung gibt es etliche Fragen, diese haben wir uns notiert und für euch beantwortet.

Wer produziert Pokémon-Karten?

Für das Pokémon-Sammelkartenspiel ist je nach Region The Pokémon Company beziehungsweise The Pokémon Company International verantwortlich. Für die physische Herstellung kommen spezialisierte Produktionsunternehmen zum Einsatz. Cartamundi bestätigt beispielsweise selbst, Pokémon-Produkte herzustellen.

Stellt Nintendo Pokémon-Karten her?

Nintendo ist eng mit der Pokémon-Marke verbunden, druckt die Sammelkarten jedoch nicht einfach selbst. Für das internationale Pokémon TCG ist The Pokémon Company International verantwortlich und arbeitet bei der Produktion mit spezialisierten Herstellern zusammen.

Werden Pokémon-Karten in Deutschland hergestellt?

Deutschsprachige Pokémon-Karten können laut The Pokémon Company International in den USA oder innerhalb der Europäischen Union hergestellt werden. Die deutsche Sprache einer Karte bedeutet daher nicht, dass sie in Deutschland gedruckt wurde.

Woher kommen deutsche Pokémon-Karten?

The Pokémon Company International nennt als Produktionsregionen für deutsche Karten die Vereinigten Staaten und die Europäische Union. Das konkrete Herkunftsland eines Produkts lässt sich laut Pokémon anhand seiner Verpackung feststellen.

Produziert Cartamundi Pokémon-Karten?

Ja. Cartamundi nennt Pokémon selbst als eine der bekannten Marken, für die das Unternehmen produziert. Der Konzern verfügt über mehrere Produktionsstätten weltweit und ist auf Spiel-, Brett- und Sammelkarten spezialisiert.

Warum haben neue Pokémon-Karten manchmal Druckfehler?

Auch bei industriell hergestellten Sammelkarten können Abweichungen entstehen. Dazu zählen schlechtes Centering, fehlerhafte Schnittkanten, Farbabweichungen oder andere Druckfehler. Deshalb befindet sich nicht automatisch jede frisch aus einem Booster gezogene Karte in perfektem Zustand.

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